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Zurück zur Übersicht :: Druckversion Affaere um gekaufte AUB-Betriebsraete bei Siemens: Undank ist der Welt Lohn GegenStandpunkt – Kein Kommentar im Freien Radio für Stuttgart vom 2. Mai 2007
Der Chef der Arbeitnehmervereinigung „Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger“ (AUB), Wilhelm Schelsky, in Untersuchungshaft Siemens ist seit Monaten in den
Schlagzeilen. Betriebsräte sollen sich haben kaufen lassen – und zwar welche,
die eine Konkurrenzorganisation zur IG Metall aufgemacht haben. Nun wird in der
heutigen Analyse untersucht, worin denn jetzt der Skandal bestehen soll. Klar,
nach allgemeiner Auffassung hierzulande ist es verpönt, wenn sich der Betrieb
die Arbeitnehmervertreter schlicht kauft, das ist „Kumpanei“. Es soll
schließlich kein Tauschhandel stattfinden, sondern die „Zusammenarbeit“ soll
das Ergebnis einer entsprechenden Einsicht der Arbeitnehmer und eines daraus
folgenden freien Entschlusses ihrer Vertreter sein. Leider ist dabei aber
überhaupt nicht mehr Gegenstand der Begutachtung, was denn nun die Inhalte
sind, denen die Arbeitnehmervertretung so frei zustimmt. Die Zumutungen bzgl.
Lohn und Leistung, Arbeitszeitverlängerungen, Lohnkürzungen etc. – die sollen
in Ordnung gehen, wenn die Zustimmung zu ihnen nicht erkauft wurden, sondern
wenn eine echt „gegnerunabhängige“ Gewerkschaft wie die IG Metall freiwillig
den Fehler praktiziert, die Unterwerfung unter die Notwendigkeiten der
Profitproduktion sei „leider unumgänglich“, weil ein „Sachzwang“?
Genau das finden wir nicht. Denn weder handelt es sich dabei um Sachzwänge,
noch ist das Ja von Arbeitervertretungen dazu erst dann schlimm, wenn es die
Gegenseite gekauft hat. Affäre um gekaufte Betriebsräte bei Siemens:
Undank ist der Welt Lohn
Am 14.2.07 wird der Chef der
Arbeitnehmervereinigung „Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger“
(AUB), Wilhelm Schelsky, in Untersuchungshaft genommen. Er soll zwischen 1991
und 2006 rund 50 Millionen Euro von der Firma Siemens als Beratungs- und
Dienstleistungshonorar erhalten haben, ohne dass er dafür eine angemessene
Gegenleistung erbracht hat. Am 27.3.07 wird Siemens-Zentralvorstand Johannes
Feldmayer wegen des Verdachts der Untreue verhaftet. Er soll die Überweisungen
in Millionenhöhe an AUB-Chef Schelsky abgezeichnet haben. Am 19.4.07 tritt der
langjährige Vorstands- und Aufsichtsratschef des Unternehmens, Heinrich von
Pierer, zwischenzeitlich als Kandidat der Union für das Amt des
Bundespräsidenten gehandelt, Chef des Innovationsrates der Bundesregierung und
wirtschaftspolitischer Berater Kohls, Schröders und Merkels, von seinem Posten
als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurück. Er soll frühzeitig von dem Verdacht
gewusst haben, dass Siemens mit heimlichen Zahlungen eine Gegenorganisation zur
IG-Metall (eben die AUB) unterstützt und damit die Ergebnisse von Betriebs- und
Aufsichtsratswahlen beeinflusst hat. Bei näherer Betrachtung stellt sich uns
allerdings die Frage, wogegen die Beschuldigten eigentlich verstoßen haben
sollen. Waren sie nicht vielmehr nach bestem Wissen und Gewissen darum bemüht,
die dürren Paragraphen des Betriebsverfassungsgesetzes mit Leben zu füllen? Von wegen „ohne angemessene Gegenleistung“„Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger
Betriebsangehöriger“: Schon der Name seiner Organisation verrät, dass es
Schelsky ein Anliegen war, den im Betriebsverfassungsgesetz verankerten
Grundsatz der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen allen Partnern im
Unternehmen in die Tat umzusetzen. Mit der Bezeichnung AUB ist – in wohltuender
Opposition zur allgemein üblichen Redeweise von den „abhängig Beschäftigten“ –
jede Erinnerung daran getilgt, dass die überwältigende Mehrheit der
„Betriebsangehörigen“ Lohnarbeit verrichtet und sich damit im Dienst an fremdem
Eigentum geistig wie körperlich verbraucht. Vielmehr zeichnen sich die Beschäftigten
in allererster Linie dadurch aus, dass sie dem Betrieb ganz „unabhängig“
„angehören“, sich also in ungefähr dem gleichen Gefühl der Freiheit an ihren
Arbeitsplatz begeben wie weiland der Marlboromann in den Westen. Jeder
Unterschied, von einem Gegensatz ganz zu schweigen, zwischen Management und Belegschaft
kann sich also nur einer ideologischen Chimäre der in Klassenkampfdenken
erstarrten Konkurrenz von der IG Metall verdanken. Die ist es dann auch, die
alle Abhängigkeiten stiftet, und nicht etwa eine Betriebsleitung, die mit einem
Federstrich Tausende von Arbeitsplätzen streichen und damit eben so viele
Existenzen prekär machen kann. In diesem Geiste wetterte die AUB gegen die
unerträgliche Unterwerfung der IG Metall unter die „verkrusteten
Funktionärsapparate, Bürokratie, Bevormundung, kollektive Gleichmacherei, den
parteipolitischem Gesinnungsdruck“ (Die AUB, zitiert in junge Welt, 29.3.).
Deren „ideologischen Grabenkämpfen“ setzte Schelsky „die konstruktive
Auseinandersetzung mit Arbeitgebern“ entgegen und unterstützte im Gegensatz
zur IG Metall auch manchen umstrittenen Plan der Konzernführung. Gleichzeitig
trug er tatkräftig zur Wahrung des Betriebsfriedens bei, indem er gegen Streiks
als für die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen grundsätzlich ungeeignetes
Mittel agitierte und seine Organisation einen Solidaritätsfonds für Mitglieder
einrichtete, „die anlässlich eines Arbeitskampfes unverschuldet
Einkommensverluste erleiden“, und zwar „insbesondere diejenigen, die
durch Streikposten an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden.“
(junge Welt, 29.3.) Und nicht nur innerhalb seines Betriebes machte er sich für
die Maxime stark, dass das Wohl der Beschäftigten ausschließlich durch die
Beförderung des Erfolges der Firma zu gewährleisten sei, was ihm Anerkennung
von höchster Stelle eintrug: „Attacken gegen die etablierten Gewerkschaften,
die er als Bremser kritisierte, gefielen der CDU Helmut Kohls, die ihn 1986 zu
ihrem Bundesparteitag einlud. Dort rief Schelsky den CDU-Delegierten einen für
einen Arbeitnehmervertreter ungewöhnlichen Appell zu: ‚Stärken Sie bitte den
Unternehmen den Rücken!‘“ (SZ, 14.3.) Die von ihm organisierte
„Zusammenarbeit“ mit dem Management erwies sich nicht nur als überaus „vertrauensvoll“,
sondern auch kostengünstig. Und zwar für alle Beteiligten: Erstens für die
Mitglieder der AUB, die nämlich lediglich 8 Euro monatlich entrichten mussten, „gemessen
am Mindestsatz der IG Metall (ein Prozent vom Bruttolohn) auffallend niedrig.“ (SZ,
13.3.). Und zweitens, so Schelsky in seiner Rechtfertigung gegen die gegen ihn
gefahrenen Angriffe, für das Unternehmen: Schließlich lägen die
Mitbestimmungskosten des Siemens-Konzerns „vergleichsweise niedrig“,
wenn man sich die Ausgaben anderer Unternehmen wie Daimler-Benz für diese
Zwecke anschaue, schreibt Schelsky stolz. Im Vergleich zu den „möglichen
Kosten durch eine radikalisierte Monopol-Gewerkschaft IG Metall haben sich die
bisher aufgewendeten Gelder sicherlich gelohnt“, befand Schelsky.“ (SZ,
21./22.4.) Darüber hinaus war Schelsky bei aller Polemik gegen die verhasste
Gewerkschaftskonkurrenz großzügig genug, deren Vertreter den gut gemeinten Rat
zu geben, wie das Einvernehmen zwischen ihm und der Firma am besten
herzustellen sei: „Du musst der Firma sagen, was du persönlich willst“,
(SZ, 29.3.) soll er dem Betriebsratschef von der IG Metall am Siemens-Standort
Erlangen empfohlen haben. Von
wegen „Untreue zu Lasten der Firma“ Gleichgültig, ob die jetzt unter Beschuss
geratenen Praktiker und Theoretiker des „strategischen Managements“ das mit den
„Mitbestimmungskosten“ genau nachgerechnet haben oder nicht, aus ihrer Sicht
gab es jedenfalls lauter gute Gründe für generöse Zahlungen an Schelsky und
damit die AUB: „Bei SIS, der Dienstleistungs- und Softwaresparte, habe die
Organisation in Geheimverhandlungen mit dem Management dafür gesorgt, dass der
Abbau von 13 000 auf 7 000 Stellen reibungslos über die Bühne ging.“
(junge Welt, 29.3. unter Berufung auf einen IG Metaller) Und auch wenn man
weiß, was die IG Metall unter „Reibung“ versteht – die Inszenierung von
Theaterdonner mit Trillerpfeifen und lächerlichen Arbeitsunterbrechungen, die
dann mit gewerkschaftlichem Einverständnis schleunigst wieder hereingearbeitet
werden müssen – den Herren in Nadelstreifen bei Siemens war selbst das
entschieden zu viel des Einspruchs. Auch wenn der weiter gar kein anderes
materielles bzw. finanzielles Ergebnis bewirkt und auch gar nicht bewirken
soll, als vorher von beiden Seiten bereits als „Kompromisslinie“ angedeutet
wurde. „Die vornehmen Herren auf der anderen Seite des Besprechungstisches“
verhandeln ganz einfach viel lieber mit ihrer eigenen Kreatur, als mit „IG-Metall-Funktionären
von außerhalb“ (SZ, 29.3.), die mit unflätigen Bemerkungen das
Verhandlungsklima vergiften: „Euch hat man doch ins Hirn geschissen,“
soll ihnen der bayerische Bezirksleiter einmal zugerufen haben. (SZ, 29.3.)
Also wurde spätestens seit 1988 „darüber nachgedacht, wie man die Dominanz
der IG Metall auf Arbeitnehmerseite brechen könnte ... Die Initiative, die AUB
als zahme Alternative zur streitlustigen IG Metall aufzubauen, ging demnach von
der Konzernspitze aus. Die machte klare Vorgaben: Bis zur Aufsichtsratswahl
1997/98 sollten 40 Prozent der Delegierten von der AUB gestellt werden.“ (SZ,
21./22.4.) Marktwirtschaftlich gesehen doch wohl eine Selbstverständlichkeit:
Wenn das Unternehmen schon die Betriebs- und Aufsichtsräte bezahlen muss, dann
hat es auch das Recht, diese zu bestimmen. Vom Standpunkt des Geschäfts aus
betrachtet, haben also sowohl Schelsky als auch die Siemensmanager alles
richtig gemacht. Er hat geliefert, was das Unternehmen verlangte, eine ordentliche
Alternative zur IG Metall. Dafür hat sich das Unternehmen seinerseits nicht
lumpen lassen und sich entsprechend erkenntlich gezeigt. Seinen Bilanzen hat
das jedenfalls nicht geschadet. Insofern also alles in Ordnung in der besten
aller Welten, in der schließlich doch „unser aller“ Wohlergehen vom Erfolg
„unserer“ lokalen und internationalen Champions bei der Profitmacherei abhängt. Warum
also die Aufregung? Der eine Protagonist ist die IG Metall.
Genau spiegelbildlich zur Unternehmensführung, die den Schaden aus einer
„Monopolstellung“ der Gewerkschaft auch nicht in Euro und Cents anzugeben
wüsste, bemüht sich die Gewerkschaft nicht um den Nachweis, welche Nachteile
der Belegschaft in Sachen Lohn oder Arbeitsplatz durch die Konkurrenz von der
AUB entstanden sind, sondern beruft sich schlicht auf ihren „Herr im
Hause“-Standpunkt. „Die AUB habe ‚mit dem Markennamen Gewerkschaft
Schindluder getrieben‘.“ (Der Spiegel, 2.4.03) Die IG Metall ist die
gewissermaßen patentamtlich mit Brief und Siegel beglaubigte und damit einzig
legitime Organisation zur Vertretung der Arbeiterinteressen. Es ist schon
unerträglich genug, dass es im Betriebsrat, dessen Aufgabe bestimmt nicht die
Durchsetzung gewerkschaftlicher Interessen ist, der aber dennoch der IG
Metall zusteht, eine konkurrierende Mannschaft gibt. Ein klarer Fall von
Majestätsbeleidigung ist es dann, wenn diese Mannschaft sich traut, gegen
die Gewerkschaftsvertreter zu stimmen: „Der AUB-Vertreter im Aufsichtsrat habe oft gemeinsam mit der Kapitalseite
gestimmt – gegen die anderen Arbeitnehmervertreter“ (ebd.). Dass die AUB-Vertreter mit der
Kapitalseite gestimmt haben, kann der Skandal ja nicht sein, denn darin haben die
Leute von der IG Metall selbst reichlich Übung – aber es geht einfach nicht an,
dass ihr Monopol auf die Vertretung der Arbeitsnehmerinteressen von solchen
„Außenseitern“ angekratzt wird. Diese Gewerkschaft sieht sich jetzt in
der AUB mit einer Alternative konfrontiert, die den Standpunkt ganz umstandslos
vertritt, dass die Unterordnung unter die Maßstäbe des Unternehmens sowieso das
einzige Lebensmittel der Beschäftigten ist. Die AUB hat also als Ausgangspunkt,
was für die IG Metall immer ein mehr oder weniger „schmerzhafter Kompromiss“
ist. Ihre Abgrenzung von der Konkurrenz fällt entsprechend aus. Es ist dann
eben ganz einfach etwas grundsätzlich anderes,
ob Schelsky und Konsorten von der Führung des Unternehmens großzügig gezahlt
werden, oder ob IG Metall-Funktionäre durchaus vergleichbare Zuwendungen erhalten:
„Betriebsratsvorsitzende von der IG Metall führen in Erlangen Dienstautos,
die sonst nur von den obersten Dienstkräften gelenkt würden. Solche Worte
bringen Dieter Scheitor von der Vorstandsverwaltung der IG Metall, der seit
kurzem Aufsichtsrat von Siemens ist, in Rage: ‚Da werde ich ärgerlich. Das ist
doch Pipifax.‘ Dienstwagen seien immer eine Frage der Gehaltsgruppe.“ (FAZ,
29.3.) Das sind also die Welten, die zwischen einer angeblichen und einer
wirklichen Arbeitnehmervertretung liegen: Die einen kriegen ihren Luxus gewissermaßen
inoffiziell vom Unternehmen spendiert. Den anderen – denen von der IG Metall,
steht er per Lohn- bzw. Gehaltsgruppe, in die sie durch ihre Tätigkeit im
Rahmen der „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ gelangt sind, ganz offiziell zu.
Wobei nach Angaben eines Gewerkschafters, der es wissen muss, selbst dieser
Unterschied noch fragwürdig ist: „Der Gesamtbetriebsrat hält es in der
Affäre um mögliche Schmiergeldzahlungen auch für möglich, dass es bei der IG
Metall schwarze Schafe gibt. ‚Wir gehen davon aus, dass auch in unseren Reihen
Fälle hochkommen werden.‘“ (SZ, 7.-9.4.) Und die einerseits empörte Presse weiß
andererseits auch, warum das so sein muss. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit
zum Wohle aller ist ein schönes Ziel. In der Realität ist die Gefahr aber groß,
dass Zusammenarbeit und Kumpanei Hand in Hand gehen und das Modell der
Mitbestimmung und Mitwirkung zu einem Modell des Gebens und Nehmens wird. Die
neue Rolle der Betriebsräte fördert dies mitunter. Sie haben in den vergangenen
Jahren an Einfluss gewonnen, weil ihnen die Gewerkschaften mehr Spielraum
lassen. Immer öfter werden wichtige Entscheidungen mit dem Einverständnis der
Gewerkschaften direkt in die Betriebe verlagert.“ (SZ, 31.3./1.4.) Eine
Entwicklung, welche gerade auch die Wirtschaftsredaktion der SZ äußerst
wohlwollend begleitet hat, und die ihr gar nicht schnell genug gehen konnte: „Lässt
sich doch immer wieder beobachten, wie Betriebsräte von der Gewerkschaftszentrale
auf Positionen eingeschworen werden, die vielleicht im Sinne der Gesamtorganisation
sind, aber nicht im Interesse der Beschäftigten eines konkreten Unternehmens.“
(SZ, 13.3.) Deren Interessen gehen also mit denen des Unternehmens grundsätzlich
zusammen, solange sich kein störender gewerkschaftlicher Einfluss von außen
geltend macht. Dafür hat die AUB gesorgt und das war gut so. Dass sich ein
Unternehmen Arbeitnehmervertreter und deren Zustimmung einfach kauft,
das geht allerdings nicht in Ordnung – immerhin hat das der Gesetzgeber
verboten. Sosehr das Betriebsverfassungsgesetz darauf dringt, dass zwischen
Arbeitnehmer- und Unternehmensseite Einvernehmen in der Sache des
„betrieblichen Wohls“ hergestellt werden muss, so sehr will es aber auch, dass
die bei der Ermittlung des „betrieblichen Wohls“ beteiligten Arbeitnehmervertreter
aus freien Wahlen hervorgehen und ihren Wählern verpflichtet
sind, denn ansonsten liegt gar keine wirkliche, auf Einsicht beruhende
Einbindung der Arbeitnehmer zugrunde, sondern eine ihre demokratische
Mündigkeit ignorierende „Kumpanei“. Dagegen hat Siemens verstoßen,
obwohl es das doch gar nicht nötig gehabt hätte, wo es doch etliche „Argumente“
auf seiner Seite hat: „Der Verdacht liegt nahe, dass das Unternehmen im
Zweifelsfall der Überzeugungskraft des Geldes mehr vertraute als den eigenen
Argumenten.“ (SZ, 29.3.) „Diese Schmieraktion verrät eine Gesinnung, die für
einen Weltkonzern wie Siemens mehr als unwürdig ist.“ (SZ, 28.3.) Ein
„Weltkonzern“ „argumentiert“ doch schlicht und ganz souverän mit seiner Macht
über die Arbeits- und damit Lebensbedingungen seiner Beschäftigten. Diese setzt
er in all seiner „Würde“ mit angeblich oder wirklich existierenden
Standortalternativen unter Druck, so dass sie sich ganz und gar freiwillig in
das „Unvermeidliche“ fügen. Nur so ist dem „Wohle aller“ Genüge zu tun. Zurück zur Übersicht :: Druckversion | |||