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Zurück zur Übersicht :: Druckversion Rechtsextremismus und sein Umfeld GegenStandpunkt – Kein Kommentar im Freien Radio für Stuttgart v. 14.
Januar 2009 Kritik der Tübinger
Studie von Rechtsextremismus Demokraten bilden sich
gerne ein, die Gesinnungswelt von Rechtsextremisten sei dumpf, verrückt, fern aller Realität – kurz: weit entfernt von allem, was demokratische
Gesinnung und Gesittung auszeichne. Demokraten haben auch eine Erklärung für die Entstehung von Rechtsextremismus: Auf so verrückte Vorstellungen könne nur jemand kommen, der außerhalb der Gesellschaft stehe. Diese Erklärung rechtsextremer Gedanken aus
(schlechten) sozialen Bedingungen ist auch unter Soziologen und Pädagogen verbreitet, die rechtsextreme
Einstellungen aus der Zugehörigkeit
zu „Randgruppen“ und deren „Desintegration“ ableiten. Eine Forschungsgruppe um
den Tübinger
Pädagogik-Professor
Josef Held hat im
Rems-Murr-Kreis (einem Landkreis in der Stuttgarter Region), wo „rechtsextreme Aktivitäten“ immer wieder für
Schlagzeilen sorgen, den „Rechtsextremismus
und sein Umfeld“**) untersucht und herausgefunden, dass
beides nicht zutrifft. Demokratische Mitte
teilt rechtsextreme Gedanken Die dortigen
Rechtsextremen sind – so der Befund ihrer empirischen Erhebung – überwiegend wohl integrierte junge Leute,
Schüler und Jugendliche in
der Berufsausbildung, mit ganz normalen Zukunftsperspektiven und keineswegs
sozial ausgegrenzt. Dass die Bedingungen, unter denen Leute leben, sie zu
Rechtsextremen prädestinieren
würden, weist Helds
Forschungsgruppe allerdings nicht nur mit diesem empirischen Befund zurück. Sie argumentiert auch inhaltlich
gegen die in der soziologischen Rechtsextremismusforschung verbreitete „Bedingungslogik“, schlechte Lage und soziale Ausgrenzung
prädestiniere für Rechtsextremismus. Die Leute müssen sich schon selber den entsprechenden
politischen Reim auf ihre Lage machen; rechtsextreme Gedanken müssen ihnen einleuchten: „Die eigene
Lebenssituation prädestiniert
nicht an sich für
Rechtsextremismus, sondern nur, wenn sie entsprechend interpretiert wird. Der
Rechtsextremismus bietet Theorien an, durch die sich viele mit einfachen
Mitteln ihre schlechte Lage oder ihre Ängste
erklären können.“ (R&U 177.) Des Weiteren, so
ermittelt die Studie, werden die Rechtsextremen von ihrem „sozialen Umfeld“ durchaus akzeptiert und als anständige junge Leute anerkannt. Die Theorien,
die sie vertreten, leuchten dem „Umfeld“ im Grundsatz durchaus ein und sind gar
keine rechts„extreme“ Besonderheit. Damit hat sich Helds
Ausgangsthese über den
Rechtsextremismus bestätigt:
„Die Tübinger Forschungsgruppe geht davon aus,
dass sich rechtsextreme Einstellungen in allen Teilen der Gesellschaft finden,
ohne sich unbedingt in entsprechendem Verhalten zu manifestieren. Rechtsextremismus
stellt demnach eine extreme Ausprägung
auf einem Einstellungskontinuum dar, die Übergänge zwischen ‚demokratischer Mitte‘ und
Rechtsextremismus sind fließend.“ (AB 8.) Die Studie stellt also
fest, dass unterhalb der militanten Übergänge der Rechtsextremen einiges an
Verwandtschaft zwischen deren Gedankengut und der Einstellung der „demokratischen Mitte“ besteht, dass sich beides nur graduell
unterscheidet und deshalb manchmal gar nicht recht voneinander unterscheiden lässt. Eigentlich wäre nun die Beurteilung der Theorien und „Einstellungen“ fällig,
die bei Demokraten und Rechtsextremen entlang eines „Einstellungskontinuums“ weitgehend zusammenfallen. Was
denkt man von der „Mitte“ bis nach „rechts außen“ über
den Staat, das Volk und die Ausländer,
die Wirtschaft und die nationale Führung?
Stimmt das oder handelt es sich um Fehlurteile und Ideologien?
Machen es sich Rechtsextreme bei der Erklärung
ihrer Lage oder ihrer Ängste
mit theoretischen Mitteln einfach, mit denen sich auch die Mitte nicht schwer
tut? Und was wären dann die
Fehler beider? All das thematisiert die Studie nicht, obwohl sie doch bei ihren
„Folgerungen für die Praxis“ genau dieser Mitte die Aufgabe zuweist,
etwas gegen die Verbreitung rechtsextremistischer Einstellungen zu tun. Müsste sie dann nicht erst einmal darauf
aufmerksam gemacht werden, wie weit gehend sie die – falschen – Gedanken des „rechten Randes“ teilt? Helds Forschungsgruppe macht sich
vielmehr daran, getrennt von jeder inhaltlichen Analyse festzustellen, an
welcher Stelle der Übergang
von rechten demokratischen Gedanken zu rechtsextremen stattfindet, denn
dieser Übergang ist das, was
ihr kritikabel erscheint. „Rechtsextrem ist […], wer über nationalistische, autoritäre und rassistische Einstellungen verfügt und/oder diese auf der Handlungsebene
deutlich macht.“ (AB 11.) Damit möchte die Studie die theoretische „Trennung der Bevölkerung in ‚Rechtsextreme‘ und ‚Umfeld‘“ vorgenommen haben. Und sie muss
feststellen, dass sich dann sowohl hinsichtlich der Einstellungen als auch auf
der „Handlungsebene“ beständig Übereinstimmungen
von Extremen und Normalen ergeben: „Allerdings findet
sich Autoritarismus in unterschiedlicher Ausprägung bei Vertretern aller politischen Orientierungen“ (AB 12.) „Dies bedeutet
jedoch nicht, dass es keinen Alltagsrassismus gebe.“ (AB 77.) „[...] Nationalismus
[ist]ein wesentlicher Bestandteil der deutschen politischen Kultur.“ (AB 13.) „[...] es muss sich
[...] – insbesondere bei Gewalt – nicht um ein geschlossenes rechtsextremes
Weltbild handeln.“ (AB 11.) Einerseits lässt sich der Rechtsextremismus also kaum
von seinem „Umfeld“ unterscheiden: Die nationalistische,
autoritäre und rassistische
Einstellung ähnelt sich, hin
und wieder neigt auch das „Umfeld“ zu recht extremen Aktivitäten und so mancher Rechtsextreme
verzichtet darauf, seine Einstellungen in „entsprechendem Verhalten zu manifestieren“. Andererseits führt diese Schwierigkeit beim Ziehen einer
Grenze, die Demokraten und Rechtsextremen grundsätzlich voneinander unterscheiden soll, nicht dazu, dass die
Studie von dieser Grenzziehung ablässt.
Irgendwo gibt es sie, die Grenze zwischen der Mitte und den Rechtsextremen, sie
mag verschwimmen, insbesondere dann, wenn sie die „politische Orientierung“ der Bevölkerung „nach
rechts verschiebt“, aber
sie trennt, nach Auffassung der Forschungsgruppe, normale Bürger von den Rechtsextremisten. Und wenn
sie an politischen Urteilen schon nicht auszumachen ist, lässt sich doch zumindest festhalten, dass
Bürger eine solche Grenze
ziehen: „Die
Forschungsgruppe geht hier von einer ‚roten
Linie‘ aus. Diesseits der roten Linie finden sich rechtsextreme Akteure, die in
ihrem Umfeld akzeptiert sind. Sie handeln legal, engagieren sich und sind
integriert. Jenseits der ‚roten
Linie‘ ist dies nicht mehr der Fall, die Akteure schotten sich ab, sie werden
vom Umfeld nicht mehr akzeptiert und als Außenseiter betrachtet. Das passiert vor allem durch das
Verletzen von Normen, in erster Linie durch Straftaten. Allerdings verläuft die ‚rote Linie‘ vermutlich nicht strikt zwischen legalem und
illegalem Verhalten, sondern sie ist fließend
und variabel. Propagandadelikte, wie das Tragen verfassungsfeindlicher Symbole,
werden vermutlich von vielen Menschen anders bewertet als Gewalttaten.“ (AB 11.) Es gibt einen Punkt, an
dem der anständige Bürger den Nazi nicht mehr „akzeptiert“ – da entdeckt er an ihm etwas, das er für ungehörig hält.
Und das sind nicht die „einfachen“ Erklärungen der Rechtsextremen. Erst wenn sie etwas Unanständiges oder gar Unrechtmäßiges tun, fallen sie dem normalen
Bürger negativ auf, und auch
das nicht immer. Das, was sie äußern und womit sie ihr Tun begründen, liegt nämlich dem Weltbild guter deutscher
Demokraten so nahe, dass auch die dafür
hin und wieder den Anstand vergessen: „Es kann jedoch
besondere Ereignisse geben, die dazu führen,
dass sich plötzlich und
unerwartet rechte Stimmungen verdichten und sozusagen explodieren. Rechtsextreme
Dynamiken können sich bei
emotional aufgeladener Stimmung, etwa vor dem Hintergrund eines
Terroranschlages, aber auch bereits bei stark polarisierten, polemisch geführten öffentlichen Diskussionen, sehr effektiv entwickeln. Sie
entstehen in der Regel durch einen kumulativen Prozess, bei dem die Ansammlung
von Ressentiments gegen unerwünschte
Fremde und/oder die etablierte Politik, gepaart mit dem Bezug auf reale oder
kolportierte Erfahrungen in eine Duldung oder gar Unterstützung von rechtsextremen Aktionen mündet. Bei höherer atmosphärischer Verdichtung, welche z. B.
bei öffentlichen Festen und
unter dem Einfluss von Alkohol entsteht, können sich ganz rasch Handlungen ergeben, welche die ‚rote Linie‘ überschreiten. Voraussetzung dafür sind die beschriebenen Verschiebungen
in der Poltischen Kultur in die rechte Richtung.“ (AB 150.) Wenn von oben eine „öffentliche Diskussion“ inszeniert wird, die ein nationales
Problem benennt, die „Integrationsproblematik“ z. B oder das „Flüchtlingsproblem“, dann braucht es für Bürger,
die schon immer gefunden haben, dass „die“ eigentlich nicht hierher gehören, bloß noch ein paar Maß
Bier, um stimmungsmäßig zu
explodieren und eigenhändig
zur Problemlösung beizutragen.
Dieser auf Dorf- und Stadtfesten erlebbare Befund, dass auch so etwas wie „politischer Anstand“ Demokraten und Faschisten nicht
prinzipiell scheidet, veranlasst die Forschungsgruppe nicht zu dem Schluss,
dass also die „politische
Kultur“, der eine „Verschiebung nach rechts“ so leicht und vollständig gelingt, mit den grundlegenden
Urteilen und Ansichten der Rechtsextremen einigermaßen konform geht. Dabei bezeichnet die
Studie mit „politischer
Kultur“ „die politische Orientierung“ der Mehrheit der Bürger, ihre „Werte, Einstellungen, Meinungen und
Verhalten“. All dem wird
zum einen die „Anschlussfähigkeit“ für und an „rechte
Inhalte“ bescheinigt,
was, um es noch einmal zu betonen, bedeutet, dass die politische Orientierung
der demokratischen Mehrheit und die der Rechtsradikalen grundlegende Gemeinsamkeiten
aufweist. Zum anderen wird der „politischen
Kultur“ der Auftrag erteilt,
ebendiesen Anschluss trotz aller inhaltlichen Übereinstimmung nicht zuzulassen. Die demokratische Mitte
soll Rechtsextreme ins Abseits stellen, die ihre Gedanken praktisch ernst
nehmen Dass sie das nicht tut,
erklärt Held in Absetzung
von allen Theorien, die die prekäre
soziale Lage für den
wachsenden Rechtsextremismus verantwortlich machen, für die entscheidende Ursache seiner
weiteren Ausbreitung. „Die
Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass nicht die Existenz rechtsextremer
Gruppen das eigentliche Problem darstellt, sondern eine politische Kultur, die
eine Akzeptanz gegenüber dem
Rechtsextremismus entwickelt.“
(AB 150.) „Entscheidend, ob
rechte Tendenzen entstünden
oder sich festsetzen, sei das direkte Umfeld.“ (Stuttgarter Nachrichten 27.02.08) Wie aus
normaldemokratischen Gedanken der Mitte rechtsextreme werden, untersucht die
Studie nicht; sie sind einfach da. Aber wie sich die Auffassungen von ein paar
nun mal existierenden rechtsextremen Gruppen in den Köpfen von immer mehr (jungen) Leuten
festsetzen, dafür hat die
Forschungsgruppe einen Grund gefunden, leider einen falschen, nämlich einen von ihr eingangs selbst
kritisierten „bedingungstheoretischen“: Immer mehr werden rechtsextrem, wenn
man sie lässt. Damit macht Helds Studie
den gleichen Bedingungsfehler – bloß
nicht soziologisch, sondern sozialpsychologisch. Immer mehr Leute werden
rechtsextrem, weil das von den Menschen um sie herum akzeptiert wird. Dass
denen, die da unter Duldung anderer rechtsextrem werden, dafür die rechten Urteile und Gedanken, die
von der Mehrheit „akzeptiert“ werden, erst einmal als Interpretation
ihrer „Lage oder ihrer Ängste“ eingeleuchtet haben müssen,
unterschlägt Held. Seine
Variante von sozialer Bedingtheit heißt
nicht soziale Lebenssituation, sondern „soziokulturelles
Umfeld“. Umgekehrt: Die Studie
liefert keinen Grund, warum das „Umfeld“, bei Held namentlich das „lokale“, Rechtsradikalismus toleriert, außer dem, dass es das eben tut: „Das (ablehnende d. Verf.) Bewusstsein für rechtsextreme Inhalte bzw. für Anknüpfungspunkte an diese schwindet.“ (AB 141.) Sie liefert auch keinen
guten Grund für die
Ablehnung, die das „Umfeld“, dessen „politische Kultur“
nach eigenem Bekunden so schwer von den Rechtsradikalen zu scheiden ist,
vermissen lässt, aber an den
Tag legen sollte. Stattdessen beharren Held und seine Forschungsgruppe auf dem
kategorischen Imperativ, dass die nicht rechtsradikalen Bürger Rechtsextreme ins Abseits zu stellen
haben. „Held spricht von
Lokalismus, einem ‚pervertierten
Lokalpatriotismus‘, mit dem versucht werde, sich abzuschotten gegen eine unübersichtlich werdende Welt. [...] ‚Mit Wissen und Inhalten kommt man da nicht
weit.‘ Eine konsequente Ablehnung rechter Standpunkte sei dagegen unbedingt
notwendig. ‚Schweigen zu
rechtsextremen Aussagen wird als Zustimmung gewertet.‘ sagte Held. Darum sei
das örtliche Umfeld für das Entstehen von Rechtsextremismus von
so großer Bedeutung.“ (Stuttgarter Zeitung 27.02.08.) Wenn die Forderung
lautet, Rechtsextreme sind abzulehnen, weil sie sonst immer mehr werden, dann
kommt man mit „Wissen und
Inhalten“ wirklich nicht
weiter. Dann liegt der Grund für
die Ausbreitung dieser Gesinnung nicht darin, dass sich immer mehr von diesen
falschen und schädlichen
Urteilen überzeugen
(lassen), sondern daran, dass die noch der rechten demokratischen Mitte zugehörige Bevölkerung die Rechtsextremisten nicht radikal genug ausgrenzt,
indem sie ihnen bedeutet, dass es sich einfach nicht gehört, rechtsradikal zu sein, wenn man dazugehören will. Diese Strategie bringt erstens keinen
Rechtsradikalen von seinem Urteil ab, weil das ja gar nicht kritisiert wird.
Sie kommt zweitens Leuten, die meinen, mit ihren rechtsradikalen
Theorien, das wahre, echt deutsche, kurz: das gesunde Volksempfinden zu vertreten,
ausgerechnet mit dem Versuch, ihnen empirisch zu beweisen, dass das Volk sie überhaupt nicht als seine eigentlichen
Vertreter empfindet. Und das soll der Grund sein, von rechtradikalen
Ideen abzulassen? Ihre nationalistische Verehrung des deutschen Volkes, in dem
sich alle – trotz aller gesellschaftlichen Gegensätze – allein deswegen eins fühlen sollen, weil sie in es hineingeboren
worden sind, würde so nicht
als Fehler zurückgewiesen,
sondern zum Vehikel gemacht, sie von ihrer faschistisch idealisierten Volksgemeinschaft
zurückzuholen in die bürgerlich-demokratisch reale Volksgemeinschaft.
Und was ist, wenn die
anständigen Demokraten in
den Kleinstädten und Dörfern des Stuttgarter Umlands die „Furcht [der unter ihnen wohnenden zum
Rechtsextremismus tendierenden Jugendlichen] vor Globalisierung“ und die „Rückbesinnung auf das Lokale und Bewährte“ teilen, wie die Studie feststellt? Dann verlangt Held mit seinen
„Folgerungen für die Praxis“ (R&U 172 ff.) von denen,
deren „Lokalpatriotismus“ er noch nicht für „pervertiert“ hält,
Leute ins soziale Abseits zu stellen, von denen sie sich bestenfalls darin unterscheiden,
dass sie die Abwehr der „Gefahren
der Globalisierung“ und den
Kampf um die Erhaltung des „Lokalen
und Bewährten“ den von ihnen gewählten konservativen Politikern überlassen, anstatt das wie die
rechtsradikalen Gruppen in die eigenen Hände
zu nehmen. Dabei fällt doch
gerade an solchen Stellen der Studie auf, wie eng das „rechtsextreme“ Bewusstsein an die Gedankenwelt „der demokratischen Mitte“ anschließt: Lokalpatrioten verwandeln die Gegensätze, die zwischen den Bewohnern derselben
Kommune bestehen und ausgetragen werden, in das Ideal einer Gemeinschaft,
die allein deswegen zusammenhalten sollte, weil sie alle zufällig im selben Dorf aufgewachsen und
hocken geblieben sind. Und sie werden feindselig gegen jeden, der sich nicht
ein- und unterordnet, ausschert, „das
Nest beschmutzt“… Nationalpatrioten
unterscheiden sich davon nur durch die Größe des (Zwangs‑)Kollektivs von Leuten mit den gegensätzlichsten Interessen, das sie zu einer Gemeinschaft
verhimmeln – der alle verpflichtet sein sollen, die der Zufall der Geburt in
sie verschlagen hat. Nationalisten, Rechtsextremisten oder Faschisten
unterscheiden sich davon nur durch die Radikalität, mit der sie es sich selbst zur Aufgabe machen, allen, die
„nicht dazugehören“
(Ausländer) und allen, die
von der Unterordnung unter die Nation nichts halten, zu Leibe zu rücken. – Worin die
Gesinnung der Normalbürger
besteht, die es normalerweise der Obrigkeit überlassen, mit welchen Mitteln sie alle gegensätzlichen Interessen unter das nationale
Wohl zwingt und Abweichungen ahndet; – wie und warum aus
dieser Gesinnung ein Radikalismus entsteht, der der Obrigkeit Pflichtverletzung
bei ihrem Geschäft vorwirft
und eigenhändig gegen alle
vorgehen will, die er für
Feinde des deutschen Volkes hält:
– darüber lernt man aus Helds Studie nichts;
also auch nichts darüber, wie
man Rechtsextremisten kritisiert. * Argumente, mit denen man
Slogans und Urteile der Rechten und damit auch ihrer „Anknüpfer“
widerlegen kann, haben wir in einem anderen Buch gefunden: Rolf Gloël / Kathrin Gützlaff: Dieses Buch werden wir
in unserer Sendung am Mittwoch, 18. Februar, 18.00 Uhr, besprechen. *) Diese Kritik haben wir der Tübinger Studentenzeitung
Versus Nr. 23 entnommen: **) „Rechtsextremismus
und sein Umfeld – eine Regionalstudie“,
Abschlussbericht Juni 2007 – zitiert als AB; Zurück zur Übersicht :: Druckversion | |||