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Interview mit der Jungen Union zur Subkultur
Die Jugendorganisation
der CDU sucht neue Themen. Jetzt diskutieren sie mit Günther Oettinger
und Fürstin Manuela von Cube über das Thema "Subkultur als Standortfaktor",
fordern aber gleichzeitig das Ende des Freien Radios. Der JU-Chef Tobias
Zink und sein Pressemann Oliver Kirchner versuchen zu erklären.
Warum ist Stuttgart
für Kreative nicht attraktiv?
Zink: Das behauptet die eine Gruppe der Kreativen, die dann nach
Berlin oder Hamburg geht. Die andere bleibt hier und engagiert sich z.
B. in Initiativen. Das Problem ist, daß diese dann nicht gefördert
werden, zum Teil wird unprofessionell gearbeitet.
Wer ist hier
unprofessionell?
Zink: Oft genug auch die Kreativen, wenn es darum geht, die Ideen
zu vermarkten.
Eine Medien-Initiative,
die von Backes und Co., ist in der Folge der Senderfusion entstanden,
die wiederum Teil der verfehlten Medienpolitik von Erwin Teufel ist.
Zink: ... Schuld hin oder her - wichtig ist, daß mal ein
Anfang gemacht wird.
Rezzo Schlauch
hatte Medien und Kultur zu seinem Thema im OB-Wahlkampf gemacht - mit
Erfolg. Hängt die CDU sich da dran?
Zink: Die CDU ist in vielen Themen nie ganz vorne dran, wie z.
B. Umweltschutz. Die Initiative von Schlauch ist sicherlich hilfreich,
um die Diskussion voranzubringen.
Warum beschäftigt
sich die JU damit?
Kirchner: Das ist nicht neu. Das Thema Lebensqualität in Stuttgart
verfolgen wir schon seit längerem, wie die Aufhebung der Sperrzeiten,
belebte Plätze, Großereignisse. Das ist auch ein wirtschaftlicher
Standortvorteil. Stuttgart wird nicht durch das Media-Forum zum Medien-Standort
...
... das die Politik
verantworten muß ...
Zink: Nein, eher Privatinvestoren.
Kirchner: Es hat jedenfalls kein Geld gekostet. Den richtigen Weg
macht uns Andreas "Bär" Läsker vor. Da wächst was zusammen.
Hier muß die Stadt ansetzen.
Die Junge Union
möchte die Kultur nicht mehr den Linken überlassen?
Zink: Viele Künstler halten CDU-Politik für gut. Ich
persönlich gehe lieber irgendwo hin, wo es versiffter ist und nicht
in einen arschgeputzten Konsumtempel.
Was ist Subkultur
- Boutique Pompöös oder das Freie Radio?
Kirchner: Weder noch - aber Kreative wie z. B. Mode-Leute oder
Medienschaffende wollen in einer Stadt leben, in der man abends weggehen
kann. Da spielt Subkultur eine große Rolle.
Günther
Oettinger, Fürstin Manuela von Cube stehen nicht im Verdacht, Teil
der Subkultur zu sein. Das Freie Radio, dessen Abschaffung die JU fordert,
schon eher.
Kirchner: Das Freie Radio ist nicht unbedingt Subkultur, sondern
Alternativkultur.
Subkultur ist
Kultur abseits der Hochkultur ...
Zink: Subkultur prägt neue Entwicklungen, die dann nachher
auch von der Kommerzkultur übernommen werden.
Jetzt klagen
Sie die "Subkultur als Standortfaktor" ein und möchten das Freie
Radio abschalten?
Zink: Subkultur hat auch mit Niveau zu tun.
Kirchner: Bernie Bernthaler hat man den Sender zugemacht, obwohl
er der Stadt weitaus mehr an Lebensgefühl gebracht hat als das Freie
Radio.
Woher wissen
Sie das?
Zink: Ich rede mit einer Menge Jugendlicher, das Freie Radio kennt
niemand.
Hat Subkultur
auch was mit Minderheiten zu tun?
Zink: Für die gäbe es die Möglichkeit, Fensterprogramme
zu machen. Wir fordern einen Sender, der Lebensgefühl rüberbringt.
Vermittelt das
Freie Radio kein "Lebensgefühl"?
Zink: Stuttgart ist doch nicht langweilig und spröde. Dort
werden in erster Linie Bedürfnisse einer Minderheit befriedigt. Die
breite Mehrheit der Jugendlichen denkt anders.
ABRA
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